Titel der Datei
Schleuchleuchtbuntblink

God rest ye merry gentlemen
Let nothing you dismay
Remember Christ our saviour
was born on christmas day
To save us all from Satan's power
When we were gone astray
Oh tidings of comfort and joy


Ich bin grad irgendwie in Weihnachtsstimmung. Daher kommt der gute Vorsatz die ganze Woche vor Weihnachten täglich zu bloggen. Ist fraglich, ob ich das schaffe, aber der gute Wille zählt. Was ich aber auf jeden Fall verspreche, ist dass alle Blogeinträge in der Weihnachtswoche mit Zitaten aus einigen meiner Lieblingsweihnachtslieder losgehen werden. God rest ye merry gentlemen finde ich seit einigen Jahren total toll, seit ich es von der Weihnachts CD von Garth Brooks kenne. Seit letztem Jahr haben wir auch das Weihnachtsalbum von Jethro Tull, auf dem es als Instrumental drauf ist. Eins der genialsten instrumentale die ich kenne, muss ich sagen.

Weil ich jetzt zu müde bin, um noch viel zu schreiben, hier für euch der Text, den ich am letzten Mittwoch in unserer Werte und Normen Weihnachtsstunde vorgelesen hab. Natürlich selbst geschrieben.

Vor einigen Jahren fuhren wir einmal in der Weihnachtszeit in eine Straße unseres Örtchens, in der wie normalerweise nicht viel zu tun haben. Was genau wir damals dort wollten, weiß ich nicht mehr, doch die Entdeckung die wir dort machten, war weitaus bedeutender.
Die weihnachtliche Dekoration war dort, wie überall, ganz hübsch aber nicht weiter bemerkenswert, die üblichen Schmückbögen im Fenster, die dafür sorgen dass jedes Haus irgendwie gleich aussieht, denn zu der Zeit schien es nur eine akzeptable Art von Schmückbogen zu geben, ein kleiner dreieckiger, der einem aus absolut jeden Fenster entgegenleuchtete.
Aber ein Haus war anders. Fast wie in einem amerikanischen amerikanischen Film war das Dach mit einer großen Lichterkette umgeben, die um das ganze Haus reichte. Meine Familie und ich waren sehr beeindruckt, da dies doch fast nirgendwo vorkam. Was das einmal für Konsequenzen haben würde, konnten wir damals allerdings noch nicht ahnen.
Es wurde für uns zu einer Tradition jährlich einmal an diesem Haus vorbeizufahren, das immer wieder ein wenig mehr geschmückt war als im Vorjahr, was immer einen Besuch wert war. Doch dabei fiel etwas auf: Überall sonst wurde das Schmücken auch immer etwas intensiver.
Damit schien die Sportart Extremschmücking geboren.
Die besagte Straße zeigt sich dieser Tage wieder von ihrer besten Seite. Das eine viel geschmückte Haus hat wohl einen Enthusiasmus in der Gegend entbrannt, der sich in jedem Jahr aufs neue in den schönsten oder auch geschmacklosesten Weihnachtsbeleuchtungen entlädt, die man für Geld erwerben kann. Hauptsache es leuchtet.
Am Anfang der Straße wird man schon von den ersten großen Lichtern begrüßt. An einem großen Balkon hängt in den Pflanzen, die sich draußen wacker durch den Dezember kämpfen, ein riesiges Lichternetz, das ein angenehmes oranges Licht verbreitet. Im dazugehörigen Garten ist dann noch ein Busch mit Lichtern bedeckt. Während die Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite eher bescheiden geben und nur die kleinen Standardschmückbögen in die Fenster stellen, geht es nebenan da schon deutlich intensiver zu. In einem größeren Haus sind absolut alle Fenster mit Schmückbögen und diversen Lichterketten ausgestattet, wo es nicht reicht findet sich zusätzlich noch ein leuchtender Stern im Fenster. Man will ja nicht ärmlich erscheinen.
Weiter geht es mit einigen Häusern, die etwas überdurchschnittlich geschmückt sind, mit Schmückbögen und Leuchtschläuchen im Fenster, doch das ist erst der Anfang. Ein ziemlich großes Mehrfamilienhaus zeichnet sich vor allem durch einen Balkon aus, indem mehrere Leuchtschläuche und Lichterketten hängen und auch ein leuchtender Stern und ein Lichternetz in den Pflanzen. Der Balkon darunter strengt sich auch an, zumindest ein Lichternetz im Blumenkasten ist auch dort vorhanden. Im Rest des Hauses geht es ähnlich weiter. Einige Wohnungen boykottieren das ganze Schmückwesen, aber das fällt zwischen den restlichen mit Sternen und Schmückbögen besetzten Fenstern kaum auf. Das Highlight des Hauses ist ein reichlich abartiger blauer Leuchtschlauch. Die Farbe passt so prima zu Weihnachten weil die heiligen drei Könige nach ihrer Reise bestimmt ganz blau gefroren waren. Oder so was.
Die nächste bemerkenswerte Station sind die Cremetörtchen. Zwei große Büsche in einem Garten mit dicken Leuchtschläuchen drum herum gewickelt, die dem ganzen ein Dessertartiges Aussehen verpassen. Da kann man sich doch glatt fragen, was das denn eigentlich im normalen Leben für Büsche sind.
Am Ende der Straße hat dann auch der gute Geschmack sein Ende erreicht. Je näher man dem Ende kommt, desto mehr blinken einen mit Leuchtschläuchen umgebene Regenrinnen und in diverse Fenster kletternde Weihnachtsmänner entgegen. Aber eine Gartenlaube in der Nähe des Wendepunktes der Straße, die eine Sackgasse ist, holt den absoluten Preis. Wo sie im Jahr zuvor nur mit einem beißenden blauen Leuchtschlauch geschmückt war, sieht sie dieses Jahr aus, als würde sie auf einen Rummelplatz gehören. Die ganze Hütte ist mit Lichternetzen bedeckt, eine Leuchtkette ringelt sich um das Dach herum, ein Baumstamm ist mit einem herumgewickelten Leuchtschlauch ausgestattet und im Gras steht ein beleuchtbarer Weihnachtsschlitten in 3D Optik. Alle restlichen Quadratzentimeter des Häuschens sind in irgendeiner Form mit bunten Leuchten bedeckt, die sich nicht alle einwandfrei identifizieren lassen. Man fragt sich glatt, wann denn das ganze anfängt sich zu drehen...
Aber was ist eigentlich mit dem, der das alles gestartet hat?
Da lässt sich wahrscheinlich dieses Jahr die höchste Stromrechnung des Landkreises finden. Wo sich früher noch eine einfache Lichterkette befand ist jetzt eine ganz neue Leuchtenkonstruktion zu finden, die wohl in ihrer Form an Eiszapfen erinnern soll, das aber irgendwie nicht tut. An der Hauswand gehen im Zickzack große Leuchtschläuche entlang, die nur Platz für den etwa anderthalb Meter großen Leuchtstern an der vorderen Hausseite lassen. Der Schornstein ist komplett mit einem Lichternetz umgeben, damit der Weihnachtsmann auch ja den Eingang findet und drüber hängt eine große leuchtende Sternschnuppe, die von der Richtung her eigentlich im Kamin versinken müsste.
Das Gras ist natürlich nicht frei, denn man muss alle Fläche nutzen. Ein großer zweidimensionaler Schneemann steht prominent in der Nähe des Hauses und leuchtet natürlich auch, vor ihm auch ein wunderschön unschöner Weihnachtsschlitten der auch leuchtet. Dass alle Pflanzen in den eher kleinen Beten vor der Hauswand leuchten versteht sich ja wohl von selbst. Auch das Garagentor ist nicht verschont geblieben und schmückt sich ebenfalls mit einer Lichterkette, doch das fällt kaum auf, ist schließlich quer über die Leinwand ein Seil gespannt an dem ein Weihnachtsmann mit einem leuchtenden Fallschirm hängt. Dass die ganze Konstruktion dafür sorgt, dass der Weihnachtsmann recht tot aussieht sollte man dabei außen vor lassen.
Und damit der Gesamteindruck nicht zerstört wird, ist über die Straßenlaterne vor dem Haus noch eine Weihnachtsmanmütze, beziehungsweise ein roter Lappen der gerne eine solche wäre, gespannt. Ob das erlaubt ist? Aber selbst wenn nicht, das würde den weihnachtlichen Geist wohl kaum stören, denn auch die Nachbarn sind eifrig dabei aufzurüsten und verminen ihren Garten mit kleinen Leuchtgestecken, die wohl aussehen sollen als wären es Pflanzen, nur dass sie das nicht tun.
Für nächstes Jahr wünschen wir uns allerdings, dass jemand sein Haus abreißt und sich als neues Haus einen gigantischen Weihnachtsbaum zum drin wohnen errichten lässt. Mit ganz vielen bunten blinkenden Leuchtschläuchen bitte!
16.12.06 22:29
 


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