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Gedankenschnipsel

Eigentlich ist das ganze Leben nur eine Ansammlung von Gedanken die darauf warten niedergeschrieben zu werden.

Das ist eine der vielen philosophischen Erkenntnisse, die ich in Frankreich gewonnen habe. Diese spezielle hat nicht wirklich etwas damit zu tun, dass ich in Frankreich war, sondern war eher etwas was sowieso mal erkannt werden musste.

Als Gedanke hat man allerdings unglaubliches Pech, wenn man von jemandem gedacht wird, der so faul ist wie ich. Ich denke oft nach und habe dabei auch öfter mal aufschreibenswürdige Gedanken, aber ich bin dann immer zu faul sie aufzuschreiben. Dieses Blog visualisiert das Dilemma sehr schön. Ich verbringe sehr oft Zeit damit, mir neue Blog einträge auszudenken, aber ihr seht ja selbst, wie oft ich das eigentlich tue.

Ich könnte mir ja vornehmen mich zu bessern, aber das klappt bei mir sowieso nicht. Oder doch...? Na ja gut, ich nehm es mir jetzt mal vor, ob es was wird ist derweil fraglich.

Ich habe grade keine Lust den Frankreichaustausch näher zu beschreiben, vielleicht reiche ich das irgendwann nach (Da waren viele Aufschreibungswürdige Gedanken). Aber jetzt mal zu dem wie ich wieder in Deutschland bin.

Während ich weg war, ist das komplette Land verrückt geworden und zeigt es dadurch, dass es sich Fähnchen ans Auto hängt. Das ist so ein ganz klein bisschen bescheuert. Aber die Fußball WM ist doch nicht so nervig wie ich anfänglich befürchtet hatte, manchmal, so schlimm es auch ist, interessiere ich mich sogar dafür... ich bin anscheinend auch schon unter dem Einfluss der Verrücktheit, aber egal.

An unserer Schule geht nun die Planung der Projektwoche in die entscheidende Phase. Die Projektzettel hängen aus und im letzten Moment sind noch eine ganze Menge Leute auf den Trichter gekommen ein Projekt anzubieten. Wir nicht, wir haben alles frühzeitig geplant und sind schon lange eingeplant. Morgen ist unser erster Castingtermin. Ich hab mir schon ein paar lustige Sachen ausgedacht, die die Bewerber tun könnten um uns zu überzeugen, da muss ich mir nachher noch ein bisschen detailliertere Gedanken drüber machen. Außerdem muss ich noch die Grundhandlung aufschreiben. Und Latein lernen. Und Französisch. Ein Stress hier...

Da hör ich jetzt am besten mal auf und lerne irgendwas uninteressantes...
22.6.06 19:26


Fussballstudie

Tja, vielleicht besser ich mich ja doch...

Heute habe ich mal meinen Tag ganz verrückt verbracht. Am Anfang bin ich mit meinen Freundinnen in der Stadt gewesen und habe da nichts entscheidendes getan, was ja nun nicht so besonders ist. Dort trafen wir aber auch auf Sarah und Miri, die uns fragten ob wir später zum Fußballspiel Deutschland gegen Schweden auf den Rammelsberg zur Großleinwand gehen würden. Obwohl wir uns als Freundesgruppe dagegen entschieden, geschah später das undenkbare:

Ich war tatsächlich da.

Meine Eltern kamen nämlich auf den Trichter da gerne hinzuwollen, also kam ich auch mit, ausgestattet mit einer Fahne, Deutschlandsocken und natürlich drei Zopfgummis in Deutschlandfarben im Haar.

Als wir hinfuhren, sahen wir am Anfang der Rammelsberger Straße Julia Marie und eine Freundin von ihr laufen. Da wir natürlich im Auto fuhren waren wir unweigerlich schneller als sie und ließen sie weit hinter uns. Wir kamen recht nah in die Nähe des Rammelsberges und fanden sogar noch einen Parkplatz.

Als wir vom Parkplatz zum eigentlichen Rammelsberg gingen, lief dann ein bekanntes Gesicht (na ja, eigentlich ein bekannter Hinterkopf) vor uns: Julia Marie. Auf die Frage wie um alles in der welt sie und ihre Freundin es geschafft hatten, die durchaus recht lange Straße in so kurzer Zeit hinunterzugehen, meinte Julia nur, dass sie sich eben auch manchmal beeilen konnte. Meine Theorie ist, dass sie von Außerirdischen dort hin gebeamt wurde.

Endlich am Eingang angekommen, wurde uns eröffnet, dass es voll sei und sie keinen mehr reinlassen konnten. 2 Minuten später wurden wir reingelassen. Jeglicher Kommentar überflüssig.

Die Großleinwand, die eine reichlich miese Bildqualität lieferte, war im innern einer ziemlich großen Halle der Bergbaumuseums, die ich aufgrund der Menschenmassen und einem Mangel an Interesse und Kenntnis meinerseits nicht identifizieren konnte. Es war voll, verraucht und laut. Sehr gute Stimmung. wir blieben zwar nur ungefähr eine halbe Stunde, bis wir keine Lust mehr auf das ganze hatten, aber wir bekamen das wichtigste mit.

Wir stationierten uns ziemlich am Ende der Halle, wo wir in der Nähe einer recht aufgekratzten Truppe von Fussballfans mit einem beachtlichen Stimmvolumen landeten. Innerhalb von extrem kurzer Zeit kannten wir bereits alle wichtigen Fanhymnen, die meistens auf recht einfachen Schlagzeugrythmen und einzelnen Worten basierten. Irgendwo weiter vorne im Raum muss es ein Schlagzeug gegeben haben, das immer wenn eine neue Fanhymne angstimmt wurde den Rythmus aufnahm um den anderen so zu erleichtern zu wissen, was sie denn nun singen sollten. Natürlich ist der Gesang "Steh aaaaaauuuf, wenn du Deutscher bist!" in einem riesigen Raum voller Deutscher, die sowieso schon stehen reichlich sinnlos, aber das sind ja nur Kleinigkeiten.

Das tatsächlich ein Tor geschossen wurde, war daran zu erkennen, dass die Leinwand vor lauter Deutschlandfahnen nicht mehr sichtbar war. Da lautet die Devise, einfach mitwedeln, egal ob du nun weißt was los ist, oder nicht.

Nachdem wir die Halle, in der eine ganze Menge Bier unterging und jeder zweite diverse Körperteile mit Deutschlandfahnen bemalt hatte verlassen hatten, entschieden wir uns spontan, in den Mediamarkt zu gehen.

Sowohl die Straßen von Goslar, als auch der Mediamarkt waren wie leergefegt, nur wegen dem Fussballspiel. Das außer den Angestellten des Mediamarktes kaum einer da war, zeugt nur von der Dummheit der Goslarer, denn wo kann man sonst auf 42 Fernsehern an einer Wand gleichzeitig dasselbe Fussballspiel in voller HD Qualität genießen?

Die Mitarbeiter des Mediamarktes waren selber unglaublich begeistet vom Spiel und waren auch alle mit Deutschlandfahnen angemalt, wobei sie bei einem schon reichlich verwischt waren. Wir ließen uns dann sagen, welcher Fernseher wem am besten gefällt und fanden auch selbst unsere Vorlieben, auch wenn wir nicht die Absicht hatten zu dem Zeitpunkt wirklich einen zu kaufen. Die Stimmung im Mediamarkt war sehr gut, die Mitarbeiter waren ausgesprochen freundlich und wenn zwei einzelne Mediamarkt Mitarbeiter mit Flüstertüten durch den fast leeren Raum "Lukas Podolski" rufen ist das irgendwie viel lustiger als bei einer riesigen Fanparty.

Im Mediamarkt sahen wir uns das Spiel bis zum Ende der 1. Halbzeit an, dann fuhren wir nach hause, wo wir auf unserem im Vergleich doch recht schlechten Fernseher den Rest des Spiels sahen. Deutschland hat 2:0 gewonnen ganz nebenbei, aber ich geh mal davon aus, dass das hier schon jeder weiß.

Und jetzt während ich im Garten sitze und diesen Blogeintrag schreibe durfte ich mehreren fröhlichen Hupkonzerten von Deutschlandfans lauschen.

Dieses Land ist definitiv verrückt geworden. Und jetzt häng ich auch mit drin.
24.6.06 19:54


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